M16L - So macht man den Sport kaputt!

19.02.2011

Wenn die Hamburger Traditionsvereine BCH und der Bramfelder SV aufeinandertreffen, kann es schon einmal heiß werden, die Emotionen hochkochen oder auch anders danebengetreten werden.

Aber was, wenn ein Spiel formal gar nicht stattgefunden hat?

Wenn ein Trainer, den Kopf voll mit tausend Dingen, die Spielerpässe nicht dabei hat, so kann das mal passieren. Wenn das Kampfgericht von der Heimmannschaft gestellt wird, so sollte das so passieren. Wenn Trainer und Vereinsverantwortliche unseren Nachwuchs früh in die Pflicht nehmen, um sich genau in diesem Kampfgericht mit den formalen Dinges des Spiel zu beschäftigen, so ist das sogar wünschenswert. Nur gehört zu dieser Idee auch, die Jungs dann nicht mit hilfesuchenden Mienen einfach zu ignorieren. Wenn dann ein ganzes Viertel auf dem Spielberichtsbogen nicht mehr in Reihe zu bringen ist, so ist das sicher blöd und kann mal passieren.

Die Schiedsrichter, die ja für ihre Tätigkeit durchaus entlohnt werden, sollten das schon wieder richten können. Aber das sollte dann auch passieren. Das Salvatorisches Urteil zur Korrektur dieser Nachlässigkeit lautete: Korrektur des Spielstandes auf ein 13:13 Unentschieden, als hätte das erste Viertel nicht stattgefunden. Kann passieren.

Was aber, wenn ein nicht am Spiel beteiligter Schiedsrichter plötzlich versucht, die Korrektur am Spielberichtsbogen vorzunehmen, um den Zahlensalat irgendwie zu einem Sinn zu verhelfen. So kann das passieren? Nein.

Dieses lustige Schauspiel der unbeantworteten Fragen an das Kampfgericht durch die Schiedsrichter sollte sich also bis zum Schluss wiederholen. Muss das passieren? Und für wen der Beteiligten war das eigentlich wirklich lustig?

Die vielen lustigen bunten Linien in den unterschiedlichsten Farben sind sicherlich schon allen aufgefallen. So wissen Fachleute und dazu gehören natürlich die Trainer, die Schiedsrichter und manchmal auch die Spieler, dass jede so eine ganz eigene Bedeutung hat. Wünschenswert wäre jedoch, wenn auch alle derselben Meinung über die jeweiligen Bedeutung wären. Im dritten Viertel gab es für einen der Schiedsrichter plötzlich erhellende Aufklärung von Seiten des BCH Coachs darüber, dass die zweite, äußere 3-er Linie nur zu Trainingszwecken in der Halle aufgeklebt wurde. Weitere erhellende Worte gab es zum Thema Zonenmarkierung. Auch das kann mal passieren. Wenn ich jetzt allerdings die Situation zu Ende denke, so hatte das derzeitige Ergebnis eigentlich schon nicht mehr viel oder besser gar nichts mehr mit dem Geschehen auf dem Platz zu tun. Denn 3-er Würfe wurden von zwei Schiedsrichtern von jeweils anderer Wurfposition gewertet.

Die Zeitnahme wird beim Basketball für gewöhnlich völlig überbewertet. So zumindest wird ein Außenstehender das Bedienen einer Uhr wahrnehmen, die nur 24 Sekunden ticken darf, um es nicht zu kompliziert zu machen. Wenn allerdings diese Uhr dazu benutzt wird, um für Verwirrung zu sorgen, hilft das keinem. Ähnlich kann man diese lustigen roten Fahnen einsetzen, wenn man diese denn überhaupt benutzt. Bedingung hierfür wäre natürlich auch hier die zuverlässige Buchhaltung. Wenn man sich auf einfachere Dinge fokussieren will, so bedient man einfach den Spielrichtungspfeil, wenn nicht - auch nicht Schlimm. Kann ja passieren.

Erwartungsgemäß ging das Spiel mit der einen oder andern Verletzung von Spielern auf beiden Seiten zu Ende. Primär wichtig war aber, es ging zu Ende.

Aber ein Ende dieser Schiedsrichter- und Spielleitungsposse war noch nicht erreicht. Die Schiedsrichter verließen die Halle fluchtartig, nachdem sie sich weigerten den Protest gegen die Spielleitung und die Wertung auf dem Spielberichtsbogen zu vermerken. Den Spielberichtsbogen unterschrieben sie, ohne dass die Spielerpässe kontrolliert worden waren und die Passnummern im Bogen verzeichnet waren. Ach ja, die Pässe lagen ja gar nicht vor, ich vergaß…

Das Schiedsrichter nicht unfehlbar sind, ist jetzt keine wirklich neue Erkenntnis. Doch wenn man sich üblicherweise auf den Weg nach Hause abgeregt hat, stellt man fest, dass die Fehlentscheidungen sich doch wie immer in der Waage gehalten haben.

Was aber wenn nicht, naja, kann mal passieren.

Wenn ich jetzt mal die „Kann ja mal passieren“ zusammenzähle, dann kann man eigentlich nur zu der Erkenntnis kommen, dass das Spiel zum einen nicht gewertet werden kann, die Jugendarbeit am Richtertisch wenig überzeugend war und die Schiedsrichterausbildung seinen absoluten Tiefpunkt erreicht hat. Aber ich lass mich gerne überraschen, wie das alles unter den Teppich gekehrt wird. Ich bin mir aber sicher, dass es hier keiner Wiederholung diese Fehlleistung bedarf. Sicher bin ich mir bei der Frage, ob man das Spiel wiederholen sollte. Klares JA - ohne kann ja mal passieren.



Für Bramfeld spielten:

Maxi, Rene, Kai, Björn, Leon, Calvin, Oliver, Keyvan und Nikolai.